Aktivitäten, die dem Andenken Maria Pawlownas gerecht werden

Maria Pawlowna, 1786 – 1859, wirkte 55 Jahre im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens segensreich. Dreisprachig, Russisch, Französisch, Deutsch, war sie vorzüglich ausgebildet in den Finanzen und in der Musik. Sie fand beherzt Mittel und Wege, den Auswirkungen der verheerenden Übergriffe Napoleons zu trotzen und das Leid der Bevölkerung zu mildern.

Sie sorgte mit dem Patriotischen Institut der Frauenvereine zur Hilfe zur Selbsthilfe, schuf Ausbildungsmöglichkeiten für junge Frauen, um sie unabhängiger vom Geld ihrer Männer zu machen. Gründete die Sparkasse, ein Institut für finanziell minderbemittelte Menschen, gründete karitative Einrichtungen.

Große Verdienste erlangte sie mit der Förderung der Künste. Sie gilt als die Begründerin der „Silbernen Zeit“, der nachklassischen Zeit Weimars. Sie veranlasste, dass die Wartburg wiedererrichtet wurde. Die Musik erlebte während ihrer Regentschaft die „Goldene Epoche“. Um Franz Liszt, den sie 1841 als Hofkapellmeister bestellte, scharte sich die ganze musikalische Welt von Rang.

Ihrer weitsichtigen, klugen und verantwortungsvollen Führung verdankte das Großherzogtum, dass es hier nicht zu revolutionären Aufständen um 1848/49 kam. Maria Pawlowna gilt als Brücke zwischen Russland und Deutschland, aber auch als Brücke in Europa.

In diesem Sinne finden seit Ende der 90er Jahr des 20. Jh. verstärkt Aktivitäten statt, die dem Andenken Maria Pawlownas gerecht werden und die vor allem auch auf die fruchtbaren Verbindungen Weimars und des Großherzogtums Sachsen- Weimar-Eisenach mit Russland anknüpfen. Verbindungen, die mit dem Ende des I. WK zunächst ein jähes Ende gefunden hatten.

Beispiele solcher Aktivitäten

1999 Einweihung des Maria Pawlowna Promenadenweges vom Schloss Tiefurt zum Schloss Kromsdorf im Kulturstadtjahr Weimar

1999 Herausgabe des Buches „Maria Pawlowna Großherzogin am Weimarer Musenhof“, Detlef Jena, Verlag Pustet

1999 – 2017 Geburtstagsfeiern für Maria Pawlowna im Hotel „Russischer Hof“ in Weimar

2000  Beginn einer bis heute anhaltenden internationalen Serie von Pflanzungen des Ginkgo biloba und der Paulownia tomentosa. Der Ginkgo biloba gilt als Symbol der Klassischen Zeit Weimars, die Paulownia tomentosa als Symbol der nachklassischen, der „Silbernen Zeit“ Weimars. Bisher wurden rund 40 Bäume gepflanzt, an Orten, mit denen die Maria Pawlowna Gesellschaft freundschaftlich verbunden ist.

2000 Herausgabe des Buches „Maria Pawlowna - Die frühen Tagebücher der Erbherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, Katja Dmitrieva/ Viola Klein, Böhlau-Verlag

2000 bis 2007 Ausfahrten mit dem Residenzstadtexpress „Maria Pawlowna“ von Weimar nach Eisenach

2001 Herausgabe des Buches „Großfürstin Maria Pawlowna in Weimar“, Erich Taubert, Verlag Weimardruck GmbH

2002 Herausgabe des Buches „Großfürstin Maria Pawlowna in Weimar“, russisch, französisch und englisch anlässlich des 2. Petersburger Dialog in Weimar vom 08. – 10. April 2002

2002 Gründung der Maria Pawlowna Gesellschaft e.V. mit Sitz im Schloss Kromdorf

2002 Herausgabe des Buches „Die Großfürstin und der Rebell – Maria Pawlowna und Richard Wagner“, Albrecht Börner, quartus Verlag

2003  Verleihung des ersten „Maria-Pawlowna-Stipendiums“ durch die Maria Pawlowna Gesellschaft e.V. an junge Künstler

2004  Film „Maria Pawlowna“, Eberhard Görner, E. G.- Filmproduktion GbR Bad Freienwalde im Auftrag des MDR

2004 Ausstellung „Ihre Kaiserliche Hoheit Maria Pawlowna Zarentochter am Weimarer Hof“, Weimar Schlossmuseum, Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen

2005 Herausgabe des Buches „Türme im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach", Hartmut Stabe, Verlag Weimardruck GmbH

2005 Herausgabe „Die Huldigung der Künste im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach – Großfürstin Maria Pawlowna und der Dichter Friedrich Schiller“, Rita Seifert, Verlag Weimardruck GmbH

2005 Herausgabe des Buches „Privat oder Staat? – Maria Pawlowna und die Frauen im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach“, Rita Seifert, Verlag Weimardruck GmbH

2012 Herausgabe des Buches „Maria Pawlowna: Förderin der Künste“, Rita Seifert, Weimarer Verlagsgesellschaft

2006 – 2020 u.ff. Verleihung des „Maria-Pawlowna-Stipendiums“ an hochbegabte junge Musikerinnen aus Russland durch die Klassikstiftung Weimar und die Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar

25. Februar 2020

Zusammengestellt von Wolfgang Knappe,
Präsident Maria Pawlowna Gesellschaft e.V., Weimar