Reisetagebuch Litauen
Reise entlang des 6. Abschnitts der Erlebnisroute Maria Pawlowna in Litauen 21.-28. Juni 2026 Reisetagebuch von Dr. Wilfriede Fiedler Sonntag, 21.06.2026Die meisten Teilnehmer der Reise trafen sich voller Vorfreude vor dem Weimarer Bahnhof. Pünktlich gegen 08.00 Uhr fuhr der Bus des polnischen Reiseunternehmens Simon vor. Schnell waren die Koffer eingeladen und bei strahlendem Sonnenschein ging es los. An einigen Treffpunkten stiegen weitere Mitreisende zu. Bis zu unserem Zwischenstopp in Warschau lagen rund 800 km vor uns. Um die Lenkzeiten einzuhalten, hatte unsere Busfahrer Andrzej seine Tochter mitgebracht, die den Bus bis Poznan lenkte. Mit einigen Picknickpausen erreichten wir gegen Abend unser Hotel am Stadtrand von Warschau. Montag, 22.06.2026Schon die Einfahrt nach Warschau hatte uns neugierig auf die seit 1596 polnische Hauptstadt mit ihren rund 1,9 Mio. Einwohnern gemacht. Obwohl nicht an der historischen Reiseroute Maria Pawlownas gelegen, wollten wir doch die Gelegenheit zu einer Besichtigung zumindest der Altstadt nutzen. Auf einer kleinen Bustour erhielten wir einen Eindruck vom Zentrum des modernen Warschaus mit beeindruckenden Hochhäusern, Plätzen und Parkanlagen. Die am Ufer der Weichsel erhöht gelegene Altstadt ist nach den verheerenden Zerstörungen während des 2. Weltkriegs mit großem Einsatz wiederaufgebaut worden.Unser Rundgang startete an der Sigismund-Säule (1544, für Sigismund III. Wasa, König von Polen (1587-1632) und Schweden (1592-1599)). Jan Zachwatowicz, der Architekt des Wiederaufbaus, schreitet – in Bronze gegossen -, auf das wiedererrichtete Warschauer Königsschloss zu. Ihm ist es gelungen, gegen das stalinistische Aufbaukonzept alles Alte abzureißen, dass ein Teil der historischen Identität der Stadt wiedererstanden ist. Wie uns die freundliche Stadtführerin Ewa Grodecka erklärte, sind die Häuser so rekonstruiert worden, dass die Fassade authentisch aussieht, die dahinter liegenden Räume aber funktionell nach modernen Anforderungen errichtet worden sind. Das schmälert nicht die beeindruckende Wirkung der schmucken Bürgerhäuser des 17./18. Jahrhunderts mit vielen kunstvoll gestalteten Details und repräsentativen Kirchen. Das Herz der Altstadt ist der Markt mit einem Wasserspiel. Eines der schönsten Häuser ist das „goldene“ Fukierhaus, das der Augsburger Kaufmannsdynastie Fugger gehörte. Nach rund 650 km erreichten wir am Abend die litauische Hauptstadt Vilnius und fanden Quartier in dem zum Hotel umgebauten ehemaligen Karmeliter-Kloster Domus Maria, das sich unmittelbar an der Theresienkirche in der Altstadt befindet. In einem nahegelegenen Restaurant konnten wir unser Abendessen mit litauischen Spezialitäten einnehmen, darunter die kalte Rote-Beete-Suppe Šaltibarščiai und Cepelinai, mit Hackfleisch oder Quark gefüllte Kartoffelklöße, die hervorragend schmeckten. Wir waren mehr als gut gesättigt und wer Lust hatte, gönnte sich noch einen Verdauungsspaziergang durch die wunderschöne Altstadt von Vilnius. Dienstag, 23.06.2026Nach dem Frühstück begrüßte uns der Michael Pretzsch im ehemaligen Klosterhof. Unser deutscher Stadtführer kam, wie er erzählte, in der Aufbruchstimmung nach der Wiedergründung der Republik Litauen Anfang der 1990er Jahre nach Vilnius. Er hat die spannende Zeit des schwierigen Aufbaus nach über 40 Jahren Sowjetrepublik erlebt, ist mit einer Litauerin verheiratet und in Vilnius verwurzelt. Michael, der auch Mitglied im Deutschen Klub von Vilnius ist, führte uns durch die inzwischen topsanierten Straßen der Altstadt mit ihren schönen Bürgerhäusern und prächtigen gotischen und barocken Kirchen. Vilnius, seit 1918 litauische Hauptstadt, hat über 600.000 Einwohner und war…
Maria-Pawlowna-Gesellschaft e.V.