Einweihung Informationstafel in Süßenborn

Die Maria-Pawlowna-Gesellschaft entwickelt die Reisestrecke von St. Petersburg nach Weimar, die Maria Pawlowna und Carl Friedrich nach ihrer Hochzeit zurücklegten, als touristische Kulturroute mit dem Titel Erlebnisroute Maria Pawlowna. Wir verstehen die Erlebnisroute als ein gemeinsames historisches Erbe, aber auch als einen gerade in heutigen Zeiten verbindenden Pfad zur Völkerverständigung.

An Orten mit speziellem Bezug zum Verlauf der Erlebnisroute werden Informationstafeln aufgestellt. Am 23. April 2023 wurde eine Informationstafel in Süßenborn eingeweiht.

Warum gerade Süßenborn?

Am 9. November 1804 traf das junge Ehepaar Maria Pawlowna und Carl Friedrich in der Residenzstadt Weimar ein. Auf dem letzten Wegstück wurden sie von der Landbevölkerung des Herzogtums willkommen geheißen. In seinem Reisetagebuch vermerkte Erbprinz Carl Friedrich: „Es waren auch aus jedem Dorfe einige Abgeordnete da, welche vor unseren Wagen voran ritten, auf ihnen folgte die Jägerrey […], dann die Postillons und die Kaufleute aus Weimar und Jena.“ An der Reisestrecke hatte man mehrere Ehrenbögen errichtet, u. a. auch in Süßenborn. Die Reisegesellschaft hielt kurz an jedem Bogen an, um die ihnen dargebrachten Glückwünsche und Ehrenbezeugungen entgegenzunehmen.

Am 23. April 2023 haben die Mitglieder der Maria-Pawlowna-Gesellschaft und die Einwohner von Süßenborn die Einweihung der Informationstafel auf dem Dorfplatz gemeinsam gefeiert. Der Ortsteilbürgermeister Dirk Christiani eröffnete die Feierstunde, der Bürgermeister der Stadt Weimar Ralf Kirsten erinnerte an die Bedeutung Maria Pawlownas für Weimar bis heute, die Präsidentin unseres Vereins Dr. Irina Tschistowskaja erläuterte den Hintergrund für die Informationstafel. Die Stadtführerin Beate Hermann aus Weimar verkörperte die Postbotin Wenzel, die den Gästen auf unterhaltsame Weise die Postgeschichte um 1800 näherbrachte.

Bei Getränken und Speisen, die durch die Mitglieder der Maria-Pawlowna-Gesellschaft und des Süßenborner Dorfvereins liebevoll zubereitet wurden, tauschten sich die Anwesenden bei strahlendem Sonnenschein über die angesprochenen Themen aus. Anschließend führte Dirk Christiani die Interessierten durch das schöne Dorf Süßenborn mit einer archäologischen Fundstätte und einer Coudray-Kirche.

Der Vorstand der Maria-Pawlowna-Gesellschaft dankt der Dorfgemeinschaft von Süßenborn für das Aufstellen der Informationstafel und für den sehr freundlichen Empfang herzlich! Ein Dank gilt der Fa. Ortloff aus Arnstadt für die großzügige Unterstützung bei der Anfertigung und Auslieferung der Informationstafeln. Außerdem gilt unser Dank allen, die zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.

Fotos: Michael Häublein, Jens Kosch und Nikolai Bondarenko

 

1. Abschnitt der Erlebnisroute

Reisebeschreibung zum 1. Abschnitt der Erlebnisroute Maria Pawlowna

Liebe Mitglieder und Freunde der Maria-Pawlowna-Gesellschaft,  

heute möchten wir Ihnen mitteilen, dass die Reisebeschreibung zum 1. Abschnitt der Erlebnisroute Maria Pawlowna auf unserer Homepage freigeschaltet ist. Diese finden Sie in der Rubrik „Erlebnisroute Maria Pawlowna“ unter „Reisebeschreibung“, Abschnitt 1 oder direkt hier. 

Die gesamte Strecke von 2000 km haben wir in 10 Abschnitte aufgeteilt. Im Jahr 2022 haben wir den 1. Abschnitt von Weimar nach Leipzig detailliert erkundet, Informationen aus Archiven und Bibliotheken aufbereitet und auf der Homepage eingestellt. Die Gliederung der Reisebeschreibung erfolgt nach Ortschaften und ist nach folgenden Kapiteln unterteilt:  

  • Örtliche Geschichte des Post- und Reisewesens um 1800
  • Bezug zu Maria Pawlowna
  • Sehenswertes

Die Reisebeschreibung wurde durch Dr. Irina Tschistowskaja federführend erarbeitet. Von ihr stammen auch die meisten Fotos. Danken möchten wir Personen, die auf unterschiedliche Weise die Arbeit unterstützt haben:

  • Helmut Kleinschmidt (Recherchen zum Postwesen, Fotos)
  • Holger Volk (Grafische Darstellungen, Recherchen zum Postwesen)
  • Rita Seifert (Transkription von Archivdokumenten)
  • Sigrid Schmitz (Transkription von Archivdokumenten)
  • Annelie Morneweg (Korrekturlesen)
  • Gerlind Häublein (Gestaltung auf der Homepage)

Jetzt wünschen wir Ihnen viel Freude beim Erkunden des 1. Abschnitts der Erlebnisroute Maria Pawlowna vorerst auf unserer Homepage. Vielleicht bekommen Sie auch Lust, die Erlebnisroute Maria Pawlowna zu bereisen?

Für Fragen und Anregungen sind wir offen. Kontaktieren Sie uns unter Info@maria-pawlowna.de

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung!

Projektpartner aus Lieberose

Im Jahr 2021 hat die Maria-Pawlowna-Gesellschaft Kontakte zu den Partnern entlang der Erlebnisroute Maria Pawlowna geknüpft.
Die Reiseroute Maria Pawlownas verlief über einen kleinen Ort in der Lausitz namens Lieberose. Dort befand sich eine Poststation mit Herberge, die im Jahr 1802 durch den Königlich-Sächsischen Kammerkommissar Trierenberg aufgebaut wurde. In Lieberose gibt es einen aktiven Förderverein, der sich um historische und aktuelle kulturelle und touristische Belange des Ortes kümmert. Mit dem Förderverein plant unser Verein Nachforschungen anzustellen, wo die Reisegesellschaft tatsächlich übernachtet hat und von wem sie dort empfangen und begrüßt wurde. Weiterhin soll die Geschichte der Poststation von Lieberose dokumentiert werden. Geplant ist das Aufstellen  einer Informationstafel zur Erlebnisroute Maria Pawlowna in Lieberose.
Unsere vielfältigen Aktivitäten können wir nur geleinsam mit unseren Projektpartnern vor Ort umsetzen. Einer dieser Partner ist nun der Förderverein Lieberose. Kürzlich ist in der Märkischen Oderzeitung ein Artikel über seine Aktivitäten veröffentlicht. Das Projekt unserer Gesellschaft „Erlebnisroute Maria Pawlowna“ spielt bei dieser Veröffentlichung eine wesentliche Rolle. Den Artikel können Sie hier ansehen.

Umfassende Recherchen

Wie verlief die Reise des jungen Ehepaars Maria Pawlowna und Carl Friedrich von St. Petersburg nach Weimar nach ihrer Hochzeit im Jahr 1804?

Seit Anfang des Jahres 2021 haben wir begonnen, die Vorstudie zum Projekt „Erlebnisroute Maria Pawlowna“ inhaltlich zu bearbeiten. Dies betrifft in erster Linie umfangreiche Internet-Recherchen zu den wesentlichen Aspekten der Vorstudie, wie:

  • Genauer Verlauf der Reiseroute
  • Chronologie der Reise anhand der Tagebücher, Briefe, Zeitungsberichte etc.
  • Historische Post- und Reisekarten
  • Postwesen im Russischen Reich und im Königreich Preußen zur Zeit der Reise
  • Poststationen entlang der Reiseroute
  • und vieles mehr

Wir können sagen: es ist sehr spannend! Die pandemiebedingten Einschränkungen haben sich für solche Recherchen als fruchtbar erwiesen: man braucht Zeit dafür und sie war da.  

Wir recherchieren in Archiven und Bibliotheken, auf privaten und staatlichen Plattformen, führen intensiven Schriftverkehr mit Personen und Organisationen. Und finden dabei aufgeschlossene und hilfsbereite Menschen mit ausgezeichnetem Fachwissen, die sich für unser Projekt begeistern und uns wichtige Informationen übermitteln. Eine Fülle an hochinteressanten Dokumenten stapelt sich auf unserem Server. In der kommenden Zeit werden wir diese Informationen genau analysieren und auswerten. Und Sie darüber informieren. Haben Sie aber bitte etwas Geduld! Oder melden Sie sich bei uns. Wir finden eine angemessene Aufgabe auch für Sie, damit wir schneller vorankommen.

Als Vorgeschmack möchten wir Ihnen jetzt einen kurzen Bericht aus der Rigaschen Zeitung Nr. 77 vom 24. September 1804 vorstellen.

Die Transkription des Textes lautet:

Weimar, den 14. Sept.

Den 6ten September traf als russisch-kaiserlicher Abgesandter der Oberst Zuliesky hier ein mit einer offiziellen Notifikation des russischen Hofes von der Vermählung der Großfürstin Maria Pawlowna mit dem Erbprinzen von Sachsen-Weimar. Dem reg. Herzog überbrachte er die drei großen russischen Orden, mit Solitairs reichlich verziert, und der Herzogin Mutter den Katharinen-Stern, aus reichen Brillanten zusammen gesetzt.

(Für die freundliche Unterstützung des Projektes und Recherchen in Lettischen Archiven danken wir ganz herzlich Dr. Parsla Petersone, Lettland)