Biografie der Großherzogin Maria Pawlowna

1786

Maria  Pawlowna wird am 16. Februar (4. Februar nach Julianischem Kalender) in St. Petersburg als fünftes Kind des Großfürsten Pawel Petrowitsch, des späteren Zaren Pawel I., und dessen Frau Maria Fjodorowna geboren.

1801

Unterzeichnung des Ehevertrags am 28. August (16. August nach Julianischem Kalender) durch den Minister Fürst Kurakin für Russland und den Außerordentlichen Minister Wilhelm von Wolzogen für Sachsen-Weimar-Eisenach.

1804

Heirat mit Erbprinz Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach in der Schlosskapelle des Winterpalastes in St. Petersburg am 3. August (22. Juli nach Julianischem Kalender).

Am 9. November trifft das junge Ehepaar nach einer mehrwöchigen Reise in Weimar ein.

1805

Maria Pawlowna und Carl Friedrich besuchen am 3. Juni (Pfingstmontag) Eisenach und Schloss Wilhelmsthal. Das Eisenacher „Frauenthal“ wird aus Anlass des Besuches in „Marienthal“ (heute: Mariental) umbenannt.

Geburt des Sohnes Paul Alexander am 25. September (verstorben am 10. April 1806).

1806

Maria Pawlowna flieht am 11. Oktober vor den heranrückenden französischen Truppen nach Schleswig, damals zu Dänemark gehörend, wo sie sich bis zu ihrer Rückkehr nach Weimar in Gottorf im „Palais Bielke“ aufhält.

1807

Maria  Pawlowna   kehrt  aus  Schleswig  nach  Weimar zurück,  wo  sie  am  12. September eintrifft.

1808

Geburt der Tochter Maria/Marie Louise Alexandrine am 3. Februar.

1808/1809

Längerer Aufenthalt in St. Petersburg.

1811

Geburt der Tochter Marie Louise Augusta Katharina, der späteren Königin von Preußen und ersten deutschen Kaiserin, am 30. September.

1813

Im April flieht Maria Pawlowna erneut vor den französischen Truppen nach Böhmen und Österreich.

1814

Begleitung des Schwiegervaters Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach zum Wiener Kongress, wo Sachsen-Weimar-Eisenach zum Großherzogtum erhoben wird. Maria Pawlowna hält sich bis zum 28. Mai 1815 in Wien auf.

1817

Am 3. Juni werden die „Gesetzlichen Bestimmungen für das Patriotische Institut der Frauenvereine im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach“, das von Maria Pawlowna begründet wurde, veröffentlicht.

1818

Geburt des Sohnes Carl Alexander, des späteren Großherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach, am 24. Juni.

1821

Gründung  der  Sparkasse in  Weimar  auf  Initiative  Maria  Pawlownas.  Ihr Geburtstag, der  16. Februar, gilt als offizieller Gründungstag.

1827

Eheschließung der Tochter Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar-Eisenach mit Prinz Carl von Preußen am 26. Mai.

1828

Großherzog Carl August verstirbt am 14. Juni auf Schloss Graditz bei Torgau. Erbprinz Carl Friedrich wird Großherzog und neuer Regent. Maria Pawlowna erhält den Titel einer Großherzogin.

1829

Eheschließung der Tochter Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach mit Prinz Wilhelm  von Preußen,  dem  späteren König  von  Preußen  und ersten deutschen Kaiser am 11. Juni.

1834

Gründung der “Großherzoglichen Landesbaumschule Marienhöhe“ bei Weimar auf Initiative Maria Pawlownas.

1838

Gemeinsam mit ihrem Sohn Carl Alexander besucht Maria Pawlowna die Wartburg, die sich in einem schlechten baulichen Zustand befindet. Später regt Maria Pawlowna ihren Sohn an, die Burg rekonstruieren zu lassen. Zwischen 1853 und 1890 lässt Carl Alexander die Burg restaurieren und in ihren noch heute erkennbaren Zustand versetzen.

1842

Eheschließung des Sohnes Erbprinz Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach mit Prinzessin Sophie von Oranien, einer Nichte Maria Pawlownas, am 8. Oktober.

Auf Betreiben Maria Pawlownas ernennt Großherzog Carl Friedrich Franz Liszt am 2. November zum „Großherzoglichen Hofkapellmeister in außerordentlichen Diensten“.

1853

Großherzog Carl Friedrich verstirbt am 8. Juli.

1854

Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Ankunft Maria Pawlownas in Weimar am 9. November.

1856

Aus Anlass der Krönung ihres Neffen Alexander II. zum russischen Zaren am 6. September (26. August nach Julianischem Kalender) besucht Maria Pawlowna letztmalig ihre russische Heimat. 

1859

Maria Pawlowna verstirbt am 23. Juni auf Schloss Belvedere bei Weimar, ihrem Witwensitz. Ihr geschlossener Sarg wird am 26. Juni in der griechischen Kapelle im heutigen „Haus der Frau von Stein“ aufgebahrt und am 27. Juni in die „Fürstengruft“ auf dem Weimarer Hauptfriedhof überführt.

1862

Am 24. November wird die russisch-orthodoxe Kirche auf dem Weimarer Hauptfriedhof der Heiligen Maria Magdalena geweiht. Das Gebäude wurde nach testamentarischer Verfügung Maria Pawlownas zwischen 1860 und 1862 als Grabkapelle errichtet. Der Sarg der Großherzogin findet in der Kapelle seine endgültige Ruhestätte.