Rückblick auf das Festkonzert

Rückblick auf das Festkonzert zum 240. Geburtstag Maria Pawlownas

Von Dr. Irina Tschistowskaja 

15.05.2026 

Selbst die Sonne war in feierlicher Stimmung und begrüßte strahlend die Gäste des Festkonzertes zum 240. Geburtstag Maria Pawlownas im Schlosspark von Wilhelmsthal am vergangenen Samstag. 

Zuerst gingen die zahlreichen Gäste zur Schloss- und Parkführung mit Herrn Dr. Peter Arends vom Förderverein Wilhelmsthal e.V. Von ihm hörten sie die eine oder andere Episode aus der Bau- und Entstehungsgeschichte der Schloss- und Parkanlage sowie über die Bewohner des Anwesens. Dazu zählte auch Maria Pawlowna, die in der Sommerresidenz der Weimarer Herzogsfamilie einige Sommer verbrachte. 

In dieser Zeit liefen im Telemann-Saal die letzten Vorbereitungen zum Festkonzert: der Soundcheck, das Einspielen eines für Matthias Hessel neuen Instruments. Dann füllte sich der Saal, fast alle Stühle waren besetzt, eine erwartungsvolle Atmosphäre stellte sich ein.

Dr. Irina Tschistowskaja, die Präsidentin der Maria-Pawlowna-Gesellschaft, sagte zur Begrüßung:
„Heute feiern wir eine hervorragende Frauenpersönlichkeit, die das kulturelle und das gesellschaftliche Leben in unserer Region im angehenden 19. Jh. geprägt hat. Am 16. Februar dieses Jahres war der 240. Geburtstag der Großherzogin Maria Pawlowna von Sachsen-Weimar-Eisenach.
Maria Pawlowna lebte 55 Jahre in Weimar. Sie bewahrte sich ihre Liebe und Verbundenheit mit ihrer alten Heimat, begegnete aber auch ihrer neuen Heimat mit großem Respekt und Sympathie. Sie förderte Kunst und Wissenschaft und war eine große soziale Wohltäterin. Sie setzte sich für einen intensiven kulturellen Austausch zwischen den Völkern ein. 
Der Schlüssel hierfür ist der Respekt füreinander. Maria Pawlowna hat das vorgelebt. Dieses wichtige Vermächtnis Maria Pawlownas ist heutzutage aktueller denn je.  

Die Maria-Pawlowna-Gesellschaft entwickelt die Reisestrecke von St. Petersburg nach Weimar, die Maria Pawlowna und Carl Friedrich nach ihrer Hochzeit 1804 zurücklegten, als Kulturroute mit dem Titel „Erlebnisroute Maria Pawlowna“. Die Strecke hat eine Länge von 2000 km. Wir verstehen die Erlebnisroute als ein gemeinsames historisches Erbe, aber auch als einen gerade in der heutigen Zeit verbindenden Pfad zur Völkerverständigung. Kunst, Kultur und Tourismus sind dabei unsere Mittel.

Der Komponist und Pianist Matthias Hessel wurde vor einigen Jahren von der Projektidee der Erlebnisroute Maria Pawlowna so inspiriert, dass er seitdem Musik zur Reise Maria Pawlownas komponiert. Diese Kompositionen haben wiederum unseren Verein dazu bewegt, Texte, basierend auf historischen Tagebuchaufzeichnungen und Briefen, zu verfassen. So entstand das Programm „Die Reise Maria Pawlownas im Jahre 1804 von Petersburg nach Weimar – entlang der heutigen Erlebnisroute Maria Pawlowna“ als Collage aus Musik und Texten.“

Dann begann die Reise Maria Pawlownas im Jahr 1804 mit Texten und Musik. Diese Collage hat unser Vereinsmitglied Sigrid Schmizt seit Langem als Idee in sich getragen und in den letzten Monaten als Manuskript in Form gebracht. Auch sie, Sigrid Schmitz, war diejenige, die dem ehemaligen Schüler ihres verstorbenen Ehemanns, Prof. Manfred Schmitz, immer wieder neue Anregungen für Kompositionen gegeben hat. Matthias Hessel, der komponierende Pianist, hat die Reise Maria Pawlownas verinnerlicht. Man hört in seinen Kompositionen das Trappen der Pferde auf der langen Reise, die Traurigkeit Maria Pawlownas beim Verlassen ihrer Heimat, aber auch die Neugier auf ihre neue Heimat („Auf dem Weg“ und vor allem die „Reisefantasie“). Dann folgen in der „Glücklichen Ankunft“ die große Freude und Begeisterung, die in Weimar die Ankunft des Erbprinzen Carl Friedrich mit seiner jung vermählten Ehefrau ausgelöst haben. Festlich wurde das Ehepaar empfangen, wie im „Festlichen Marsch“ aus der „Thüringen-Suite“ zu hören war. Dann folgte das Kennenlernen der neuen Heimat Maria Pawlownas  mit der „Kleinen Kirche am Rollplatz“ oder dem sich durch Weimar schlängelnden Fluss „Die Ilm“. Im Laufe der Zeit hat Maria Pawlowna in Weimar Wurzeln geschlagen und sich sozial und kulturell vorbildhalft engagiert. Das kleine Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach wurde ihr zur geschätzten und geliebten Heimat („Thüringen-Suite“). Eine besondere Liebe Maria Pawlownas galt der Musik. Sie förderte die Musik und die Musiker. Sie spielte auch selbst und komponierte sogar. Über ein überliefertes musikalisches Thema von Maria Pawlowna hat Matthias Hessel sechs Variationen verfasst. Das hat die Qualität eines Ohrwurms!

Iris Kerstin Geisler als Sprecherin hat die Tiefen und Höhen der Reise Maria Pawlownas exzellent vorgetragen. Ihre Stimme klang melancholisch bei der Traurigkeit und wurde klangvoll beim Skizzieren der freudigen Ereignisse.

Das Publikum war durch die Musik und die Texte sehr berührt und dankte den Künstlern mit anhaltendem Applaus.  

Das Programm „Die Reise Maria Pawlownas im Jahre 1804 von Petersburg nach Weimar – entlang der heutigen Erlebnisroute Maria Pawlowna“ als Collage aus Musik und Texten.“ im wunderbaren Ambiente des Telemann-Saals des Schlosses Wilhelmsthal war eine würdevolle Ehrung Maria Pawlownas zum 240. Geburtstag.

Wir danken den Kooperationspartnern, der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sowie dem Förderverein Wilhelmsthal e.V. für die gute Zusammenarbeit.

Allen, die das Projekt unterstützt haben, danken wir herzlich.

Für die finanzielle Unterstützung danken wir der Sparkasse Mittelthüringen sowie der Alfred-Töpfer-Stiftung F.V.S. aus Hamburg.

Fotos und Video: Dr. Jens Kosch