Rückblick auf die musikalische Wanderung zu Liszt (23. Salon Maria Pawlowna)
Weimar, 6. Juni 2026
Im Rahmen des 23. Salons Maria Pawlowna am 4. Juni 2026 wurden die Mitglieder und Freunde der Maria-Pawlowna-Gesellschaft zu einer musikalischen Wanderung zu Liszt eingeladen. So trafen wir uns am Schloss Kromsdorf, von wo aus die Wanderung entlang des Liszt-Promenadenwegs startete. Wir freuten uns über die Teilnahme einiger Einwohner von Kromsdorf, darunter auch der Bürgermeisterin Katrin Karpe. Gunter Braniek, Bürgermeister a.D. und Lokalhistoriker, führte uns entlang des Liszt-Promenadenwegs von Kromsdorf nach Denstedt, erzählte uns die Historie des Geländes, u.a. über die landwirtschaftliche Nutzung auf dem ehemaligen Freigut Linke in Kleinkromsdorf oder später durch die LPG „Tal des Friedens“. An den Informationstafeln des Liszt-Promenadenwegs ging es um den großen Musikvirtuosen und Komponisten Franz Liszt, der durch Bemühungen Maria Pawlownas nach Weimar kam und zur musikalischen Blüte Weimars im Wesentlichen beitrug. Wir bewunderten die neu sanierte Steinbrücke, die heute den Namen des Freigutsbesitzers Linke trägt, sowie die neu gestaltete Ruhe-Insel mit einer geschnitzten Sitzgruppe, umrandet mit Symbolen von Denstedt – der Burg und der Liszt-Orgel in der Denstedter Kirche. Unterwegs genossen wir traumhafte Blicke auf die Burg und auf die umliegende Landschaft mit satt grünen Feldern, die bei leichtem Wind Wellen schlugen.
In der Denstedter Kirche erwartete uns Michael von Hintzenstern, ein vielseitiger Musiker, der seit vielen Jahren die musikalische Erinnerungskultur in Denstedt pflegt. Unermüdlich spielt er zahlreiche Konzerte an der „Liszt-Orgel“, die von den Gebrüdern Peternell 1859/60 gebaut wurde. Hier in Denstedt diente als Organist Alexander Wilhelm Gottschalg (1827-1908) und erlangte als „Liszt-Organist“ sowie als bedeutender Kantor und Musikschriftsteller historische Berühmtheit. Gottschalg war ein enger Vertrauter und Schüler von Franz Liszt, der Gottschalgs Orgelspiel außerordentlich schätzte.
Auf der „Liszt-Orgel“ spielte Michael von Hintzenstern ein Programm aus Kompositionen, die uns verschiedene Facetten der Orgel demonstrierten. Es war großartig! Eine Überraschung hielt der Organist für uns parat: er rezitierte zuerst das Gedicht „Musik“ der Prinzessin von Orleans. Anschließend spielte er Improvisationen des Weimarer Organisten Johann Gottfried Töpfer über das Gedicht „Musik“ auf eine Melodie von Maria Pawlowna von Sachsen-Weimar-Eisenach zu diesem Gedicht!
Eine weitere Überraschung stellte uns Michael von Hintzenstern vor: auf dem Altar stand ein Kreuz, welches der russische Zar Nikolaus I. an die Kirche Denstedt anlässlich seines Besuchs bei seiner Schwester Maria Pawlowna 1839 in Weimar gestiftet hatte.
Mit einem langen Applaus bedankten sich die Teilnehmer der Veranstaltung bei Gunter Braniek und Michael von Hintzenstern für den lehrreichen und genussvollen Nachmittag.
Fotos: Irina Tschistowskaja und Jens Kosch
Maria-Pawlowna-Gesellschaft e.V. 





